Vorwort Walter-Jörg Langbein

Scheinbar stoßen in den USA grenzenlose Freiheit einerseits und präsidiale Macht andererseits aufeinander. Misstrauen gegen »die Mächtigen« entsteht. Und das nicht ohne Grund. Man denke nur an die mehr als merkwürdigen Begleitumstände bei der Ermordung von Präsident John F. Kennedy, ganz zu schweigen von den mysteriösen Machenschaften im Zusammenhang mit dem »Roswell-Absturz«. Für mich gibt es keinen Zweifel: Die Regierung vertuscht unliebsame Fakten, die Öffentlichkeit wird hinters Licht geführt. Aber gibt es solche Verschwörungen auch in Sachen UFOs? Meiner Meinung nach kann diese Frage nicht eindeutig mit Ja oder Nein beantwortet werden. Allerdings existieren Hinweise, die auf eine Verschwörung schließen lassen könnten. 1994 wurden zum Beispiel dem UFO-Forscher Don Berliner geheime Dokumente zugespielt. Staunend stellte der Fachautor fest: Ihm lag die fotographische Reproduktion eines Schulungsbuches der ganz besonderen Art vor: »Extraterrestrische Wesen und Technologie, Bergung und Lagerung«. Angeblich ist dieser »Leitfaden« am 7. April 1954 verfasst worden. Der Inhalt mutet phantastisch an! Die Anweisung ist für »Majestic-12-Einheiten« gedacht: wie sollen abgestürzte Raumschiffe behandelt und geborgen werden.

In erschreckend kalter Bürokratensprache wird ein zentraler Aufgabenbereich von »Majestic-12« genannt: »Die Einrichtung und Verwaltung besonderer Hochsicherheitseinrichtungen an geheimen Orten innerhalb der Kontinentalgrenzen der Vereinigten Staaten zum Zwecke der Aufbewahrung, Auswertung und Analyse und wissenschaftlichen Untersuchung aller Materialien und Wesenheiten, die von der Gruppe oder den Spezialteams als von außerirdischer Herkunft klassifiziert werden.« Man stelle sich vor: Außerirdische Wesen kommen nach Überbrückung unvorstellbarer Distanzen zur Erde und werden – tot oder lebendig (?) – aufbewahrt und analysiert. Wen wundert es da, dass kosmische Besucher den Kontakt mit Menschen nicht gerade anstreben? Wir lesen weiter im »Majestic-12«-Handbuch: »Mit Gewissheit reicht die Technologie, die diese Wesen besitzen, weit über alles hinaus, was der modernen Wissenschaft bekannt ist, doch scheint ihre Anwesenheit hier friedliche Motive zu haben, und offenbar vermeiden sie Kontakt mit unserer Spezies, jedenfalls zu diesem Zeitpunkt.« oder »Zahlreiche tote Wesenheiten wurden zusammen mit einer beträchtlichen Anzahl von Wracks und Gerätschaften von abgestürzten Raumschiffen geborgen, die an verschiedenen Orten untersucht werden.«    Offenbar war »Majestic 12« im Lauf der Jahre sehr erfolgreich – nicht nur in Fragen der Vertuschung.

Am 11. Dezember 1984 beginnt die offizielle Erforschung des Geheimnisses von »MJ 12«. An jenem Tag fand der amerikanische Filmproduzent Jaime Shandera einen Kodak-35-mm-Film in seinem Briefkasten. Acht Bilder zeigten darauf »Geheimdokumente«. Michael Hesemann wertet diese mysteriösen Unterlagen in seinem Bestseller »Jenseits von Roswell« (Neuwied 1996, S. 103) als »die vielleicht sensationellsten Geheimdokumente aller Zeiten«. Sollten die Geheimakten echt sein, dürften sie in der Tat von höchster Bedeutung sein! Sollte tatsächlich ein außerirdisches Raumschiff in New Mexico abgestürzt sein? Sollte das Wrack geborgen worden sein? Sollten US-Behörden in den »Besitz« außerirdischer Leichen gelangt sein? Sollte gar ein lebender Außerirdischer aus den Trümmern gerettet worden sein? Sollten US-Geheimdienste so Informationen von höchster Brisanz erhalten haben … nämlich über außerirdische Technologie, die der irdischen haushoch überlegen ist? Genau das behaupten die »Majestic 12«-Papiere. Sind sie echt? Wurden sie im Auftrag von US-Präsident Harry S. Truman zu Papier gebracht, um den neu gewählten Präsidenten Dwight D. Eisenhower über das womöglich größte Geheimnis der Geschichte der USA, ja der Menschheit, zu informieren?   Die mysteriösen Dokumente werden nach wie vor in der »UFO-Szene« heiß diskutiert. Manche Forscher schwören auf ihre Echtheit. Skeptiker bestreiten das empört. Wirkliche Gewissheit gibt es nicht. Wer sich mit der Frage »Wird die Erde von Außerirdischen besucht?« auseinandersetzt, der kommt an diesen »Majestic-12«-Dokumenten nicht vorbei. Wer wissen will, ob wir Menschen allein sind im Universum, kann in den »Majestic-12«-Dokumenten eine klare Antwort finden. Wer – wie der Verfasser dieses Vorworts – Antworten auf derlei Fragen zu finden versucht, wird mit immer wieder neuen Fragen konfrontiert. Als Sachbuchautor stößt man bald an seine Grenzen. Was ist Fakt? Was ist Fiktion? Man kann nur mögliche Antworten anbieten. Wo die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Albtraum, zwischen nüchterner Analyse und kühner Spekulation verschwimmen, da ist der Romanautor gefordert.

Marco W. Linke hat die Herausforderung angenommen und mit Bravour gemeistert. Es ist ihm gelungen, eine Welt zwischen Fakten und Fiktion zu kreieren. Mein aufrichtiges Kompliment: Marco W. Linke hat mich von Anfang an mit seinem Opus gefesselt. Dabei bin ich wirklich kein großer »Romanfreund«. Ich gebe es gerne zu:  Die rund 500 Manuskriptseiten habe ich von der ersten bis zum brillant konzipierten und umgesetzten Finale förmlich verschlungen. Doch so abenteuerlich das Geschehen des Romans auch anmutet, es könnte der Wahrheit näher kommen als uns lieb ist! Die Zukunft könnte höchst Unerfreuliches in petto haben! Es sei denn, die »Majestic-12«-Papiere sind verantwortungsvollen Menschen vorbehalten, die das Wohl der Menschheit im Auge haben, nicht die eigene Macht! Ob das der Fall ist? Geheimdienstlern wird eher selten nachgesagt, dass sie ausschließlich humanistischen Zielen folgen! Marco W. Linke hat nicht nur einen packenden Roman über die legendär-ominösen »Majestic-12«-Dokumente verfasst. Er richtet auch, und das ohne mahnend erhobenen Zeigefinger, eine wichtige Botschaft an uns alle. Es geht um den verantwortungsvollen Umgang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Sie können missbraucht werden und zu einer unmenschlichen Diktatur führen. Oder sie können zum Wohle der Menschheit eingesetzt werden. Diese Entscheidung sollte nicht einzelnen Geheimdienstlern, Wissenschaftlern oder Regierungen vorbehalten bleiben. Die Wissenden müssen sich der Öffentlichkeit stellen. Damit aber demokratisch entschieden werden kann, muss der Geheimniskrämerei in Sachen »Majestic-12« ein Ende gesetzt werden.

 

Walter-Jörg Langbein

Deutscher Schriftsteller
Preisträger für Exopsychologie der Dr.-Andreas-Hedri-Stiftung,
Universität Bern

Bücher

“Astronautengötter”, Geheimnisse der Bibel, Ullstein, 1997
Geheime Gesellschaften. Regeln, Riten und Bräuche, Rastatt 1997
Das Reich der Magie. Kulte und Riten, Rastatt 1997
Propheten und Götter – Kulte im alten Israel, Rastatt 1997
Lexikon der biblischen Irrtümer., München 2003
Brot und Wein. Gesund essen mit der Bibel, München 2007
Eine kurze Geschichte von Gott. Von der Vorzeit bis heute, Berlin 2007
2012 – Endzeit und Neuanfang. Die Botschaft der Mayas, München 2009

Beiträge

Das Rätsel der Steinverglasungen.
In Kosmische Spuren, hrsg. von Erich von Däniken, München 1988
Das Geheimnis von Stonehenge. Das Rätsel von Rock Lake’.
In: Neue kosmische Spuren, hrsg. von Erich von Däniken, München 1992
Die biblischen Urtexte. In: Fremde aus dem All,
hrsg. von Erich von Däniken, München 1995
Entführung bei den Externsteinen. Der Fall Yvonne Schneider.
In: Das UFO-Syndrom, hrsg. von Johannes Fiebag, München 1996
Ein kosmisches Horrorkabinett. Die Sammlung von Cabrera Darquea.
In: Sind wir allein?, hrsg. von Ulrich Dopatka, Düsseldorf 1996
Tempel und Götterfahrzeuge in Indien.
In: Jäger verlorenen Wissens. Auf den Spuren einer verbotenen Archäologie,
hrsg. von Erich von Däniken, Rottenburg 2003